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Bokashi-Eimer (11 Liter)

Wenn er in der Stadt lebt, und keinen eigenen Komposthaufen im Garten hat, benutzt er vielleicht Bokashi-Eimer. Eigentlich nicht nur der Veganer, aber ich denke, daß Veganer und Vegetarier mehr Obst- und Gemüseabfälle produzieren, als Allesesser… Im Gegensatz zu Systemen wie der Wurm-Bank für den Balkon hat Bokashi den Vorteil, daß es ein geschlossenes System ist, die Küchenabfälle also unter Luftabschluß fermentieren, und für Fruchtfliegen und andere Insekten keinen Anziehungspunkt darstellt. Die Küchenabfälle (auch Reste gekochten Essens) werden, vorzugsweise zerkleinert, im Bokashi-Eimer gesammelt und lagenweise mit einem Bokashi-Starter (eine mit sogenannten Effektiven Mikroorganismen, Hefen und Milch- sowie Essigsäurebakterien hauptsächlich, behandelte Kleie) bestreut und fest gepresst. Die Kleie bindet etwas der Feuchtigkeit aus den organischen Materialien, und die Mikroorganismen lenken die Fermentation des Abfalles in die gewünschte Richtung. Mit einem Ablasshahn am Boden des Eimers kann die sich bildende Flüssigkeit, der Bokashi-Tee, regelmäßig über den Ablaufhahn abgezogen werden. Er dient, mit Wasser verdünnt, als Pflanzendünger. Bokashi-Tee und Bokashi entwickeln einen typischen, an Sauerkraut erinnernden Eigengeruch, der keineswegs unangenehm ist.

Inhalt des Eimers nach etwa 3 Wochen.

2 bis 3 Wochen nach der letzten Füllung des Eimers wird der Inhalt in Erde vergraben und dient zur Verbesserung der Bodenqualität, oder er wird auf den Kompost gegeben. Da die Fermentation der Abfälle bereits begonnen hat, findet keine anaerobe, Methan freisetzende, Verrottung statt. Stadtbewohner ohne Garten oder Zugang zu einem Komposthaufen stehen jetzt natürlich dumm da, obwohl schon Tips, wie den Bokashi in Baumscheiben des Straßenbegleitgrüns zu verbuddeln, kursieren.

Bereit zum eingraben.

In Deventer in den Niederlanden ist aber zum Beispiel ein Sammelsystem der vollen Behälter mit Austausch gegen leere, im Aufbau. Ich habe den Besuch des Pflanzenkistenbau-Workshops in Neuland gleich genutzt, um den Inhalt eines Eimers zu vergraben. Nach etwa 5 Tagen kann die Pflanzkiste dann bepflanzt werden. Bokashi hat durch die Fermentation einen sauren pH-Wert, nach der Wartezeit sollte er genügend abgepuffert sein. Da immer ein Behälter befüllt, und einer fermentiert, sind natürlich 2 Eimer notwendig. Je nach anfallender Menge Küchenabfall auch mehr als 2, oder größere. Der Bokashi-Starter reicht relativ lange, da er sparsam eingesetzt wird. Was den Bereich der Effektiven Mikroorganismen betrifft, erscheint mir die Szene esoterisch angehaucht (das Material der Eimer ist zum Beispiel mit EM behandelt, wie das funktionieren soll ist mir allerdings nicht klar), aber das Prinzip Bokashi finde ich gerade für Stadtbewohner praktisch.

EM: http://de.wikipedia.org/wiki/Effektive_Mikroorganismen

Bokashi und EM:  http://www.zeit.de/lebensart/essen-trinken/2011-02/bokashi-kompost-mikroorganismen

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