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…und nie zu fragen wagten!

P1000155Ingwerbier, so darf es sich aber durch die äusserst wirkungsvolle Arbeit der Lebensmittellobby, eine Arbeit, die uns zum Beispiel vollkommen wasabi-freie Erdnüsse nach Wasabi-Art beschert, nicht nennen, ist ein auf den britischen Inseln und Nordamerika bekanntes Erfrischungsgetränk mit geringem Alkoholgehalt. Seit dem 18. Jahrhundert wird es, meist lokal, hergestellt, aber auch in viele Länder exportiert. Früher gab es einmal um die 3000 britische Ingwerbier-Brauereien! Es ist aber ziemlich einfach (und natürlich milchsauer fermentiert) selber herzustellen.

Für 2 Bügelverschlußflaschen zu je 1/2 Liter:

Zuerst wird ein Starter benötigt: In einem mit einem sauberen Geschirrtuch abgedeckten Glas- oder Keramikgefäß  werden täglich etwa

  • 2 EL Wasser
  • 1 EL geriebener Ingwer (mit Schale) und
  • 1 EL Rohrohrzucker vermischt und mehrmals täglich mit einem Schneebesen intensiv verrührt.

Nach einigen Tagen (bei mir nach 3) fängt die ganze Sache an zu blubbern, also arbeiten die Hefen und Bakterien der Mischung. Nach etwa einer Woche ist der Ansatz dann kräftig genug, und es werden

  • ein etwa 5 cm langes Stück Ingwer gerieben und mit
  • 500 ml kochendem Wasser etwa 15 Minuten geköchelt und dann abgeseit. In den Ingwer-Auszug werden dann
  • 500 ml kaltes Wasser geschüttet, es kommen bei maximal handwarmer Temperatur
  • 2 Tassen Zucker
  • etwas Zitronensaft und
  • 1/2 Tasse des abgeseiten Starters dazu.

Das Ganze dann einige Tage stehen lassen, bis es wieder anfängt zu blubbern und nach 2-3 weiteren Tagen (längeres Warten führt zu höherem Alkohol- und Kohlendioxidgehalt) in sterilisierte Bügelverschlußflaschen umfüllen. Diese noch 2-3 Tage in einem Eimer oder einem anderen Gefäß, daß für den Fall, daß die Flasche(n) explodier/en die Katastrophe verhindert, bei Raumtemperaturaufbewahren und dann noch einmal für 1-2 Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Da der Ingwer ungeschält verwendet wird, und er auch nicht behandelt sein darf, bitte bio-Qualität einkaufen. Ingwerbier kann übrigens auch mit Hefe zubereitet werden. Aus dem Starter soll sich auch etwas, daß „Gingerbeer-Plant“ heißt, gewonnen werden können, daß ist dann eine stabile Mutterkultur (so wie bei Essig- oder Kombuchamutter), aber wie das geht ist mir noch ein Rätsel. Bei der Fermentation können auch Gewürze (Wacholder etwa) und Trockenfrüchte zugesetzt werden. Da eröffnet sich ein freies Experimentierfeld.

Ich habe schon einmal Ingwertee selber gemacht und fand den Ingwergeschmack etwas zu intensiv. Beim Ingwerbier ist das anders, er ist unterschwellig erahnbar, kommt aber nicht penetrant zum Vorschein. Und widerlich süß ist es ebenfalls nicht, die Mikroorganismen futtern ja einiges vom zugegebenen Zucker auf.

Sommer, Du kannst kommen 🙂

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